Entstehungs- Geschichte eines Zeltes:

Es war Pfingsten 1993 und wir waren mal wieder mit den Pfadfindern unterwegs. Meine Frau Kordula und Ich sind erst seit kurzem aus Westfalen in den Bodenseeraum umgezogen. Schnell hatten wir Anschluss an eine Pfadfindergruppe gesucht und gefunden. Ich glaube, wenn man einmal den Geruch von Lagerfeuer und Lager in der Nase hatte, kommt man nur schwer wieder davon los. Wir hatten uns als Helfer angeboten und waren freundlich aufgenommen worden.

Nach einer anstrengenden Fahrt mit dem Fahrrad über die Schwäbische Alb, hatten wir unsere Zelte aufgestellt und saßen nun gemütlich um das Feuer herum. Rainer, unser Gruppenleiter, hatte die Idee, wir müssten ein Zelt haben, in dem unsere ganze Gruppe Platz finden könnte und das sich ganz schnell aufbauen lässt. Die Idee war gut, aber wie realisieren? Als Zeltmacher wusste ich, wie aufwendig und zeitintensiv dle Entwicklung eines Zeltes sein kann.

Da wir überwiegend mit Jungpfadfindern unterwegs waren, gehörte es zu unseren täglichen Aufgaben, all die kleinen 2-3 Mann-Zelte aufzubauen. Aber damit nicht genug. Bei Regenwetter saßen die Pfadis ln ihren Zelten, oder was noch viel schlimmer ist, sie liefen im Regen herum und hatten nachher keine trockenen Sachen mehr anzuziehen. Wie sehr hätten wir uns da ein warmes Feuer im Zelt gewünscht. Auf jeden Fall konnten wir als Gruppe nicht zusammenkommen und damit war jedes Gruppenerlebnis gestorben. Wie ich so über diese Zusammenhänge nachdachte, wurde mir immer klarer, dass dieses Zelt gebaut werden musste.

Schon seit langem hatte ich beobachtet, dass das traditionelle Pfadfinderzelt, die Kohte, sich nicht uneingeschränkter Beliebtheit erfreute. In unserer gesamten Pfadfinderorganisation gab es nur einige Gruppen, die Kohten oder Jurten in Gebrauch hatten, obwohl das Konzept und die Kombinationsmöglichkeiten dieser Zelte auf den ersten Blick überzeugte.

Wo lag jetzt der Haken? Warum wurden diese Zelte so wenig eingesetzt? War es der fest eingenähte Zeltboden, den die Trecking-Zelte so beliebt machte? Oder war es das unzeitgemäß erscheinende schwere Holzgestänge mit dem Kohtenkreuz? Schließlich kann man doch im Iglu kein Feuer machen!

rainbow-kohten-4.jpg Welches Zelt bietet schon die Möglichkeit, aus einer Einheitszeltbahn, wie dem Kohtenblatt, verschiedene Zeltgrößen, angefangen von der Kröte über die Kohte und Jurte, bis hin zu Kohtenburgen, zu bauen? Ich kam zu der Überzeugung, daß das Konzept gut war und wenn man schon ein neues Zelt entwickelt, dann sollten alle traditionell guten und wichtigen Elemente des Zeltes erhalten bleiben.

Wenige Tage später waren wir am Ziel unserer Reise angelangt. Wir trafen uns mit ca. 400 Pfadfindern auf einem Abschlusslager im Murharter Wald. Hier hatte ich Gelegenheit, mit anderen  Gruppenleitern über die Idee  eines neuen Zeltes nachzudenken. Ich erhielt viele Anregungen und Tipps, die später bei der Planung des Zeltes hilfreich waren.